Mein Name ist Britta Weinbrandt.

Es gibt in Deutschland niemand weiteres mit diesem Namen. Ich bin also schon mal nachweislich einzigartig.

Das auszusprechen ist aus dem Grunde wichtig für mich, weil ich mich jahrelang schlicht für „anders“ hielt. 

Ich bin offen, empathisch, hochgradig wissbegierig und wahrnehmend. Ich habe keinerlei Berührungsängste. Ich lasse mich immer erstmal unbefangen auf alle und alles ein. Gehe geradewegs draufzu. Meine Familie schimpft immer mit mir, zum Beispiel: „Du solltest dich doch nur kurz anstellen, um uns was zu Trinken zu holen, und wir haben es genau gesehen, du hast schon wieder mit allen anderen in der Schlange gequatscht!“ - So bin ich. Menschen erzählen mir ungefragt ihre tiefsten Gedanken, weil ich ausstrahle, dass ich sie tragen kann.

Früher hatte ich immer die Sorge, andere könnten sich an meiner Energie verbrennen. Ich habe versucht, sie einzukapseln und ganz still und unauffällig zu sein. Unangenehm war ich mir meiner Selbst bewusst. Ich habe mich nur im ganz vertrauten Rahmen oder auf der Bühne in einer Rolle anderen gezeigt. Aber das Leben zwang mich auf vielerlei Arten dazu, diese Energie, diese aus mir heraus sprudelnde Lebendigkeit anzunehmen.

Ich bemerkte beim Theaterspielen immerhin früh, dass ich das Talent besitze, anderen dazu zu verhelfen, ihren innewohnenden Ausdruck authentisch nach außen zu geben. Ich finde einfach die richtigen Impulse. Eine gute Freundin schenkte mir letztes Jahr die Worte: „Du siehst die Menschen so, wie sie gemeint sind“. Und so übertrieben das für mich auch klang - da ist irgendwie was dran.

Sprache ist meine Begabung. Diese Liebe führte mich dazu, Logopädin und Spiel- und Theaterpädagogin zu werden. Ich habe mich intensiv mit Körperarbeit beschäftigt und arbeite intuitiv und hingebungsvoll mit meinem Körperwissen und der Lebensenergie als solches. Ich möchte mein ganzes Spektrum ausfüllen. Und in der Synthese dessen, was ich in meinem Leben erfahren und gelernt habe, bin ich über meine Berufung hinaus erst auch Trainerin und dann noch Arts & Change-Coach geworden. Das war ein Geschenk für mich, das mich wirklich an den Platz geführt hat, an dem ich mich momentan vollkommen und richtig fühle. An dem ich das tun kann, das ich gut kann und das mich wirklich erfüllt.

Ich bin von der bedarfsorientierten und aus dem Moment entstehenden Methode des kunstorientierten Arbeitens total überzeugt. Sie passt zu mir. Ich gehe in Resonanz. Ich lasse das ganze Gefühlsspektrum zu. Ich sage dabei niemandem, was er zu tun hat. Ich bin dafür da, Menschen einen Raum für ihre eigenen Antworten zu öffnen. Und das mache ich mit Lebendigkeit und Leidenschaft.

Ich habe meine inneren Flügel langsam und stetig weiter ausgebreitet und zeige meine eigenen Strahlen immer häufiger nach außen. Ich werde immer mehr zu der, als die ich wohl gemeint bin.

Irgendwann im Laufe dieses Prozesses habe ich gemerkt, dass mein altes Selbstbild schon längst nicht mehr mit dem übereinstimmt, das mir heute von anderen gespiegelt wird. Ich erkannte: Es ist alles da. Ich kann aufhören, mich zu verschließen. Indem ich ich selbst bin und meine Offenheit zulasse, lebe ich in Fülle und Weite.

Ich wünschte, dass ich an dieser Stelle abschließend sagen könnte: "Seht her, ich zeige euch, wie es geht, denn ich selbst habe es geschafft!" Da muss ich ehrlich sein. Ich fühle mich selbst noch nicht am Ziel angekommen. Ich sehe mich ganz klar als Lernende. Aber eben nicht mehr als Suchende. Ich schrieb einmal:

Manchmal ist es nicht das Loslassen, das ansteht, sondern das Annehmen
Etwas loszulassen bedeutet, dass es gehen kann.
Etwas anzunehmen heißt, dass es bleiben darf.
Es ist leichter, einen Wunsch oder eine Hoffnung,
etwas, das noch nicht passiert ist, loszulassen,
als etwas bereits Geschehenes anzunehmen,
das ich nicht haben wollte.
Ich halte also nicht fest sondern ich lasse zu.

Was mich besonders auszeichnet, das sind wohl meine Werte. Und dazu hatte ich eine überraschende Erkenntnis, als ich kürzlich gefragt wurde, welche erfolgreichen Menschen ich kenne. "Woher soll ich wissen, ob jemand erfolgreich ist", dachte ich. "Ich kann doch nicht in jemanden reingucken und sicher sein, dass ein Mensch 'ICH-HIER-JETZT' in innerem Einklang mit sich und der Welt ist und keine Themen und Prozesse mehr nötig hat..."

Ich verlange also ziemlich viel vom Leben. Mein Schlüssel im Moment ist, anzunehmen, was ist. Ja zu sagen zum Leben. Und so lange ich dahin unterwegs bin, ist es mir wichtig, einfach weiter in Bewegung zu sein und zu spüren. Und ich glaube fest daran, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Und dies auch tun darf. TUN.

Ich arbeite gern mit Menschen, die ebenfalls auf dem Weg sind - und die sich dorthin bewegen möchten, wohin es sie führt. Die sich für das Leben öffnen wollen. Ich ahne, dass Sinn und Essenz meines Wirkens ist, diese Erlaubnis, einfach ich selbst zu sein und meinen Weg zu gehen, an andere weiterzugeben.

Jeder ist nämlich einzigartig!

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